Kategorie
Quelle: Pixabay.com

Wozu sich in Fitnessstudios zwischen überperfekten Menschen abquälen, wenn man ein angeleitetes Fitnessprogramm auch zu Hause durchführen kann? Heute braucht man dafür nicht mehr als ein Internet-fähiges Gerät. YouTube-Tanten turnen vor und wir nach.

Es war Ende der 70er, da begann eine riesige Fitness-Welle. „Hintern bewegen!“ posaunte Fitness-Queen Jane Fonda in die Welt hinaus. Plötzlich stellten sich Millionen von Menschen vor ihre TV-Geräte und machten ihre Turnübungen nach. Und da ging es ganz schön zur Sache: 

Ganz schön fesch. Auch Deutschland sprang auf die Welle auf und unzählige Menschen hüpften zu diversen Tele-Gym Kursen durch ihre Wohnzimmer. Toll. Christiane Reiter war die Frau der ersten Stunde. Sie startete 1991 mit „Aerobic für Einsteiger und Fortgeschrittene“ – wer von uns war nicht dabei? Heute macht sie funktionelles Training, „Body Skills“ nennt sich das. Na, man muss ja mit dem Trend gehen. Darum bietet Tele-Gym jetzt auch Zen, Faszienkurse, Tai Chi, Pilates und viele andere Formate an. Gefühlt hat sich nur der Look nicht geändert. Achso, einen YouTube-Kanal haben sie auch, mit knapp 200 Abonnenten – wow.

 

Die Mischung macht's

Auffällig ist, dass immer mehr Fitnessprogramme eine Mischung aus Cardio, Kraft und „Balance“ sind. Was früher „Dehnen“ hieß, wird heute in Pilates, Yoga und Stretching unterteilt und durch Qi Gong und Faszientraining ergänzt. Heute wird nicht mehr nur Sport gemacht, sondern auch richtig gegessen – man nennt das bewusst – und richtig entspannt. Bei Ursula Karven heißt das dann „Mach dich leicht“, Daniel Aminati fordert hingegen „Mach dich krass“. Beide machen einen sehr fitten Eindruck, manchmal ein bisschen zu 'fit'. Vor allem, wenn sie Menschen anspornen wollen, die sich bis dato noch nicht so intensiv bewegt haben. In die andere Richtung geht Dörte Kuhn mit „Kurvenreich Yoga“. Sie trägt selbstbewusst ein Shirt mit der Aufschrift „Dicke Deern“ und beweist in ihren Kursen, was sie drauf hat:  

Toll! Damit holt sie eine ganze Menge Menschen ab und verhindert so den Frust, wenn man versucht andere, vermeintliche Anfängerkurse zu bewältigen und dabei kläglich scheitert. Dafür gibt es jetzt auch keine Ausrede mehr. Yoga kann jeder auf seinem Level machen. Also runter vom Sofa und losgeturnt.

Wer sich bei Kurvenreich nicht wiederfinden kann, hat diverse andere Möglichkeiten, auf YouTube Yoga- und Fitness-Inspirationen zu bekommen. Hier ein paar Empfehlungen:

  • Happy And Fit Fitness – Verschiedene, zeitlich begrenzte Programme/Challenges, Übungen für einzelne Körperzonen
  • Happy And Fit Yoga – Im Yoga-Kanal gibt es Videos für Anfänger und zu unterschiedlichen Themen; sogar eine Übung für besseren Sex
  • BodyKiss – Workout, Bodyshaping, Ernährungstipps, Laufen und Workouts ohne Sprünge
  • Sarah Beth Yoga – Für Anfänger, Fortgeschrittene, Frauen während der Menstruation und alle, die eine Challenge suchen
  • Sophia Thiel – Motivation & Workouts zum Thema Transformation, ihr Weg von über 80 Kilogramm zum Traumkörper

Alle Kanäle haben bereits mehr als 100.000 Abonnenten. Ganz ansprechend ist auch der deutsche Kanal von Mady Morrison ('erst' gut 60.000 Abonnenten). Wichtiger ist aber, dass man sich mit den Personen und den Workouts wohlfühlt. Wer sich quälen muss, lässt es lieber. Alles nicht so eng sehen, einfach mit Spaß etwas Neues ausprobieren.