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Die Mütze galt lange als It-Piece der Streberkinder. Und irgendwann war sie wieder voll da: Mit Karacho und nun sogar im Seeman-Style.

Jetzt sind sie wieder öfter unterwegs: Menschen mit warmen Mützen. Morgens, wenn es dunkel, nass und windig ist, auf dem Fahrrad und beim Spaziergang mit Nieselregen. Die Selbstverständlichkeit, mit der die schrägsten Modelle getragen werden, beeindruckt mich sehr. Übrigens bei Männern wie bei Frauen und gerade bei jungen Leuten.

Jahrelang hatte ich höchstens ein unauffälliges altes Exemplar im hinteren Winkel des Kleiderschrankes. Mützen waren schlicht nicht schick. Nur bei äußerster Kälte, Schneetreiben und Schlittschuh- und Rodelvergnügen mit den Kindern habe ich sie mal herausgeholt und schnell wieder abgesetzt, sofern nicht die Gefahr bestand, dass die Ohren vor Kälte abfallen. Kurz: Mützen waren Kindern und alten Menschen vorbehalten.

In den 80ern trug man eher Stirnband, dann gab es noch diese Pelzpuschel auf den Ohren. Ansonsten hat man vielleicht mal die Kapuze vom Anorak hochgezogen.

Und plötzlich, vor ein paar Jahren, waren sie wieder zu sehen in den Läden. Die ersten, die mich ansprachen waren die Mützen mit dem Pelzpuschel oben auf dem Kopf. Witzig und warm. "Unsäglich!", meinte hingegen mein Ehegatte, "damit siehst du aus wie einer von den sieben Zwergen!". Die habe ich dann lieber nicht gekauft, obwohl sie sich dann später wirklich durchgesetzt hat.

Überall Stern-Mützen!

Als nächstes gab es dann plötzlich überall diese Mützen mit dem Stern drauf. Einfach gehäkelte oder glitzernde aus Pailletten. Ich ließ sie liegen, keine Lust auf die Sprüche meines Mannes.

Ist ein Trend erstmal ausgemacht, gibt es die Sachen dann ja in allen erdenklichen Versionen. Gehäkelt und bunt, Grobstrick passend mit Schal, schmeichelnder Kaschmir mit Schluppe am Hinterkopf. Letztere trage ich – auch wenn mein Ehegatte mich jedes Mal mit einem Schlumpf vergleicht. Er selbst trägt jetzt eine mit einem Automarkenschild auf der Stirn. Was bitte soll ich dazu sagen? Vielleicht hat er Angst zu vergessen, welches Auto er fährt?

Wieder entdeckt, hat man jetzt auch die Baskenmütze. Finde ich total hübsch, wenn sie nicht unbedingt funktional, also warm, sein soll. Das bringt so eine französische Leichtigkeit in den Alltag.

Ach ja und den Elbsegler sieht man jetzt überall in Zeitschriften, man glaubt es nicht. Also von dem lasse ich mich jetzt wirklich nicht abbringen – den kaufe ich! Schon allein um meinen Mann den Satz sagen zuhören: "Jetzt ist sie völlig durchgeknallt: Meine Frau sieht aus wie Käpt'n Blaubär!"