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Galliano, Versace, McQueen, Chanel – Designer, so unsterblich in der Modewelt wie die Heiligen in der Bibel. Ihre Ware: Haute Couture. Todschick und unbezahlbar. Dabei könnte man sich doch so viel anderes davon kaufen

Kaum liegt irgendwo ein roter Teppich rum, stolzieren Stars mit Roben darüber hinweg, die teurer sind als unser mit Stolz zusammen geschraubter Kleiderschrank von Ikea samt Inhalt (und Jahresmiete dazu). Dabei sind die Schnipsel, die an den Fashion Weeks von Paris, Mailand, New York und Tokyo als "gehobene Schneiderei" (Haute Couture) Gassi geführt werden, für viele Kunst – für andere wiederum Absurdität in Baumwolle, Viskose und Kaschmir.

Über den Sinn von Mode und seiner Auswüchse streitet sich die Gesellschaft seit jeher jedenfalls so leidenschaftlich wie der Deutsche um seinen Liegeplatz am Strand der Balearen. Jedoch ist noch lange nicht alles Haute Couture, was nicht im nächsten H&M gekauft werden kann. Der Begriff definiert die Crème de la crème: Ausgewählte Designer, die in Paris ansässig sein müssen, werden auf einer speziellen Liste des "Chambre Syndicale de la Haute Couture" geführt. Exklusiver geht's nicht. 

Wem es jetzt noch nicht französisch genug ist: Möchte man sich so ein Prachtstück zutun, durchläuft man einen monatelangen Prozess. Aber halt – unzählige Designerstücke stehen erstmal gar nicht zum Verkauf. Punkt. Da hilft auch nicht, wenn das Schosshündchen aus der Michael Kors-Handtasche knurrt. Hat man dann doch Rang, Ehre und Geldbeutel dick genug, um in ein Studio eingeladen zu werden – meist nach Prüfung, ob man es denn auch wert sei – folgen bis zu tausend Stunden Arbeit und unzähliges Anpassen. Ratenzahlen wie im Elektromarkt ist auch nicht. 

Für ihre Galas und Oscar-Verleihungen bekommen die Stars ihre Kleidchen natürlich umsonst. Wär ja sonst auch unfair. Aber alles halb so wild. Wir wollen die Fetzen nämlich gar nicht. Stattdessen haben wir mal gerechnet, was man sich sonst noch so davon kaufen könnte.

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Der Preis:
Euro 20'000.–

Was und wo:
Dieser stiefmütterlich verzierte Trauervorhang, getragen von Schauspielerin Jessica Chastain an der Oscar-Verleihung 2012, kommt aus der Schneiderstube von Alexander McQueen und ist eigentlich ein Schnäppchen. Als eines von wenigen, konnte man dieses Kleid sogar auf der Webseite des Designers finden, samt Preis. Sorry, Jessi, aber finden wir jetzt ein bisschen billig von dir...

Unsere Alternative:
Für die 20'000 Euro kann man ganze 182 Mal die Helene Fischer Show Live sehen – und zwar auf den besten Plätzen! Juppi! Wer das jetzt ein voll doofe Idee findet, kann sich dafür im Supermarkt 8000 Flaschen Sekt holen. Oder im Hamburger Hafen 200 Mal Bungy-Springen.

Der Preis:
Euro 100'000.–

Was und wo:
Aus dem Hause Armani Privé kommt dieses tiefmittelalterliche Kettenhemd, angeschmiedet an Schauspielerin Charlotte Rampling, getragen während der Oscar-Verleihung 2016. Im Gegensatz zu Chastain, die sich mit einem 20'000 Euro-Kleid für den Billiglook entschied, ist das hier schon im angemessenen Preisrahmen, um an alle Afterparties eingeladen zu werden.

Unsere Alternative:
Ganze 40 Mal kann man für den Preis um die Welt fliegen. Wenn ihr euch da pro Reise so ca. eine Woche Zeit gebt, schafft ihr's noch vor Weihnachten zurück. Und stellt euch mal die Flugmeilen vor, die ihr da sammelt! Wer lieber zu hause bleibt: Die Netflix-Rechnung wäre dann bis im August des Jahres 3059 bezahlt. So viel zum Thema "Binge-watching".

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Der Preis:
5 bis 9 Millionen Euro

Was und wo:
Kein Witz. Wirklich: Kein Witz! Getragen an so was unglamourösem wie der Premiere von Spiderman 2 von Samantha Mumba. Das Kleid ist von Versace und besteht aus 3476 Diamanten. Sieht zwar wie ein schlampiges Karnevals-Kostüm aus, ist aber schnell futsch, wenn man an der Tanke noch kurz Zigaretten holen gehen will.

Unsere Alternative:
Also so für den Durchschnitt von 7 Millionen Euro könnte man 2,5 Millionen Portionen Pommes bestellen! Pommes, Leute! Oder aber 1417 Jahre lang zweimal täglich Burger futtern. Also so als Vergleich: Das Römische Reich überdauerte rund 1229 Jahre. Man könnte also an der Seitenlinie der Geschichte sitzen, zuschauen wie sich die Römer zu Grunde richten, das ganze Zeugs mit Jesus passiert oder halt nicht passiert, wie man's nimmt, und während all dem gemütlich Burger verdrücken. Sagenhafte Unterhaltung!