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"Kleider machen Leute" – das ist bekannt. Auch wenn wir total dafür sind, dass jeder so rumläuft, wie er oder sie mag, gibt es bei Bewerbungsgesprächen ein paar Regeln, die man einhalten sollte. Headhunterin Lis Nielsen, 55, plaudert aus dem Nähkästchen über ihre schlimmsten Begegnungen

Zum Bewerbungsgespräch mit High Heels, Smokey Eyes und schlecht verpackter Oberweite? Oder einfach mal ganz sportlich mit Sneakern und Tanktop? Hat die Headhunterin Lis Nielsen alles schon gesehen.

Hier sind die, von ihr ausgemachten sechs schlimmsten Bewerber-Typen:

Minirock und Stiefel – die Aufreizende

 

"Eine Beraterin erschien mal im Minirock und Overknee Stiefeln. Das Feedback des Unternehmens: 'In Nuttenstiefeln ist man bei uns schlecht beraten." Furchtbar peinlich. Ich glaube, solche Bewerber haben sich überhaupt nicht mit dem Unternehmen auseinandergesetzt und holen sich auch keine Meinung von Freunden ein."

"Hey, I bims" – der Selbst-Überzeugte

 

"Ein Bewerber hatte ein Profilbild mit Daumen hoch und schrieb in der ersten Zeile: 'Hi, ich bins' – also das ist doch ein bisschen viel an Selbstfixierung."

Man stelle sich nur mal vor, wie diese Menschen vor dem Spiegel stehen und ihren Auftritt üben.

"New me" – die Veränderte

 

"Plötzlich stand diese Frau mit gestreiften Haaren vor mir. Auf dem Bewerbungsbild war sie noch natürlich blond. Also nichts gegen gestreifte Haare, aber dann sollten sie auch schon in den Bewerbungsunterlagen zu sehen sein."

"Easy, bro" – der Legere

 

"Es gab wirklich jemanden, der in Shorts und Flip-Flops reinschlurfte. Also das ist ein absolutes No-Go. Geht wirklich gar nicht."

Ok, also das Strandoutfit ist dann wohl doch etwas zu locker.

Maskenbild – die Überschminkte

 

"Rote Lippen können toll aussehen. Manche übertreiben aber und dann sieht es zu obszön aus. Zu viel Make-Up ist auch abschreckend."

Wer redet schon gern mit einer Maske?

Totally Overdressed – die Protzerin

 

"Es kommt immer auf die Stelle und das Unternehmen an. Azubis kommen manchmal in Kostüm und Anzug. Das kann auch unpassend sein, etwa für eine Kreativagentur. Eine Jeans tut es auch. In höheren Positionen wird manchmal versucht mit Luxusmarken zu protzen. Das muss nicht sein. Ist mir aber immer noch lieber als ein zu tief geschnittener Ausschnitt."

Rauchen stinkt

Das ist natürlich nicht neu. "Ich kann verstehen, dass nervöse Bewerber sich vor dem Gespräch mit einer Zigarette beruhigen wollen, aber das riecht der Gesprächspartner dann auch, wohlmöglich das ganze Gespräch. Meist riechen auch die Hände. Kein besonders angenehmer erster Eindruck." Also lieber die Zigarette für danach aufbewahren.

Apropos Nervosität, gab es da auch mal einen besonders schlimmen Fall? "Einmal hat jemand so extrem geschwitzt, dass hinterher sogar die Rückenlehne des Stuhls nass war. Wenn man um dieses Problem weiß, sollte man vielleicht schauen, wie man bestmöglich damit umgehen kann."

Lis Nielsen liebt es, die richtigen Menschen zusammen zu bringen und langfristig zu verfolgen, was daraus entsteht.

Sie war Recruiterin bei Philipp & Keuntje und Grabarz und Partner.
2014 gründete sie mit Anne Schepull von Wussow die Headhunting Agentur
Headstart, die übrigens auch Bewerbungstrainings anbietet, damit ihr euch nicht in die Liste der schlimmsten Auftritte einreiht.

Fotos: Getty Images, Unsplash, Lis Nielsen