Kategorie
Quelle: Getty Images

Dass die Zukunft nicht mit bloßen Händen, sondern aus binären Codes gebaut wird, ist uns allen klar. Umso wichtiger, auch Frauen für die IT-Branche zu begeistern. Nichts gegen Männerdomänen... Aber die Zukunft sollten wir ja wohl alle gemeinsam gestalten, finden nicht nur wir, sondern auch Natalie, Spezialistin für Artificial Intelligence.

Der Klischee-Informatiker sieht irgendwie anders aus...

Wenn Natalie erzählt, dass sie studierte Informatikerin ist, erntet sie noch immer überraschte Blicke. Ein typischer Informatiker sieht in den Köpfen vieler Menschen noch immer anders aus und ist vor allem eines: Männlich. Das Umdenken fällt auch Berufseinsteigern schwer. Viele junge Frauen haben die IT-Branche gar nicht auf dem Schirm bei der Berufswahl. "Wir müssen viel mehr über die einzelnen Berufsbilder sprechen. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, in dieser Branche zu arbeiten."", sagt Natalie, die bei Accenture als spezialisierte IT-Fachfrau angestellt ist. "IT hat viel mehr mit Menschen zu tun, als allgemein angenommen wird."

Natalie ist Spezialistin für Künstliche Intelligenz

Das Vorurteil, IT-Leute seien Einzelgänger, die jeder für sich in ihrem stillen Kämmerlein vor sich hinprogrammieren, beantwortet Natalie mit einem herzlichen Lachen. "Hier sitzt niemand allein in seinem Büro, starrt auf den PC und arbeitet vor sich hin", erzählt sie. "Im Gegenteil: Wir arbeiten im Team und helfen uns gegenseitig." Besonders für Natalies Fachbereich werden Menschen mit viel Kommunikationsgeschick und sozialen Kompetenzen gebraucht. Natalie programmiert nämlich unter anderem sogenannte Chatbots, also automatisierte Dialogsysteme, zum Beispiel für Servicehotlines. Besonders spannend findet sie dabei, dass sich die Möglichkeiten im Bereich "Künstliche Intelligenz" andauernd weiterentwickeln. Was heutzutage schon möglich ist, war noch vor wenigen Jahren undenkbar.

Übernehmen Roboter bald die Weltherrschaft?

Eine Frage kennt Natalie besonders gut: Übernehmen Roboter irgendwann die Weltherrschaft? Hollywood hat das Thema ja schon vor Jahrzehnten für sich entdeckt. "So weit sind wir in der echten Welt noch lange nicht!", lacht Natalie. "Aber solche Szenarien werfen zu Recht viele Fragen auf." Deshalb leistet Natalie nicht nur bei Kunden sehr viel Aufklärungsarbeit, sondern auch im eigenen Unternehmen. In Workshops zeigt sie den Kolleginnen und Kollegen, was bereits möglich ist, und was (zum Glück) Fiktion bleiben wird. "Das ist schon ein sehr cooler Moment, wenn man sieht, dass man etwas verändern kann, obwohl man noch so jung ist."

Nicht nur Frauen müssen sich für die Branche interessieren, sondern auch die Branche für Frauen

Natalies Arbeitgeber Accenture hat sich übrigens ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Bis zum Jahr 2025 soll die Belegschaft zur Hälfte aus Frauen bestehen. Chairman und CEO Pierre Nanterme erklärt, warum ihm das so wichtig ist: "Wir sind davon überzeugt, dass die Gleichstellung der Geschlechter für eine leistungsstarke und innovationsorientierte Organisation unerlässlich ist." Schon jetzt sind übrigens fast 40 Prozent der Mitarbeiter von Accenture weiblich, eine beachtliche Zahl. "Wir verstehen Diversität als Quelle der Kreativität und als entscheidenden Geschäftsvorteil", sagt Vorstandsmitglied Ellyn Shook. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen ist gerade für zukunftsorientierte Unternehmen eine Herausforderung. Das liegt daran, dass sich noch immer mehr Männer als Frauen in den sogenannten MINT-Berufe ausbilden lassen. IT scheint insbesondere für Frauen häufig noch abschreckend zu sein. Für Natalie ist klar, dass nur viel Erzählen und Vorbilder dabei helfen können, mehr Frauen für diesen Weg zu begeistern. Deshalb steht sie immer wieder gerne Rede und Antwort. Wie gerne sie das tut - das sieht man ihr an. Zum Beispiel hier im Video: