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Öl auf der Haut? Naja, das klingt jetzt erstmal nicht besonders aufregend, oder? Aber sobald das Öl ins Gesicht soll, schreien alle auf. Zu Unrecht! Denn Experten sind sich einig mit halb Hollywood: Öl ist gut für die Haut. Auch im Gesicht. Nur will das keiner so recht glauben.

Es ist ja immer so eine Sache mit Schönheitstipps aus Hollywood, Buckingham und Co. Jetzt mal ehrlich ... Wer glaubt denn wirklich, dass es die Caviarpaste, die Champagnermaske oder die Sauerstoff-Irgendwas-Dusche ist, die die Stars so aussehen lässt, wie sie aussehen? Ganz dämlich sind wir ja auch nicht. Hätten WIR einen Kosmetiker, der sich rund um die Uhr einzig und allein um unsere Schönheit kümmern würde, dann hätten wir auch den "Superglow", unsichtbare Miniporen und einen makellosen Teint. Ist ja kein Kunststück.

Und jetzt auch noch DAS

Nachdem man uns nun also schon ausgiebig über die Vorzüge von Schoko-Waxing, Paleo-Diäten und Spinat-Smoothies informiert hat, will man uns jetzt auch noch weismachen, dass wir uns Öl ins Gesicht schmieren sollen, um so zu strahlen wie Cameron Diaz und Konsorten. Und dabei sind ja einige unter uns, die schon seit 1997 versuchen, dem Glanzfilm auf der Stirn mit Puder, mattierender Tagescreme und entfettenden Tüchlein Herr zu werden. Himmel, sind die denn alle noch ganz bei Trost?

Die Antwort ist: Das sind sie. Diesmal wirklich.

Anders als bei vielen anderen Modeerscheinungen der Traumfabrik, scheint das mit dem Öl ausnahmsweise mal kein abgehobener Pseudo-Trick zu sein. Ganz davon abgesehen, dass er nicht besonders neu ist, oder um es auf den Punkt zu bringen: Kleopatra würde über diesen News-Wert gähnen!
Ja, schon klar, auch mit Öl im Gesicht wird uns Hugo Boss vermutlich nicht für seine Kampagne buchen, aber wie eine Speckschwarte werden wir auch nicht aussehen. Entgegen der Erwartung bleibt Öl nämlich nicht unbedingt auf der Haut liegen. Das mit dem Fettfilm passiert nur, wenn schwere Öle auf die Haut gelangen. Solche benutzt man zum Beispiel als Massageöl. Viele andere Öle bezeichnet man sogar als "trocken". Das sind sie natürlich nicht wirklich, aber ihre Molekülstruktur sorgt dafür, dass sie ganz schnell einziehen.

Und was soll das dann bringen?

Gut, aber selbst wenn man danach keine Speckschwarte ist. Warum sollte man sich Öl ins Gesicht schmieren, wenn man nicht gerade supertrockene Haut hat? Nun ja, weil Haut zu einem Großteil aus Fett besteht und dieses Fett eine sehr ähnliche Zusammensetzung wie pflanzliche Öle hat. Und je reicher die Haut mit Lipiden versorgt ist, desto besser ist sie gegen Umwelteinflüsse und Hautalterungsprozesse gewappnet. Das, was wir als "fettige" Haut kennen, ist Haut, die zu viel Talg produziert. Einige Öle wirken aber talgregulierend, sorgen also tatsächlich dafür, dass wir sogar weniger glänzen. Auch bei Problemhaut, Akne oder Neurodermitis kann Öl mit seinen Fettsäuren und antibakteriellen Wirkstoffen das Hautbild verbessern. Einzig bei Mallorca-Akne sollte man auf Öl eher verzichten.

Nicht jedes Öl kann alles

Wer jetzt schon auf dem Weg in die Küche ist, der sei gewarnt. Nicht jedes Öl kann alles. Bei Mischhaut zum Beispiel eignen sich regulierende Öle wie Calendula, Jojoba, Mandel und Hanf. Bei fettiger und unreiner Haut wirken Arganöl, Distel- oder Traubenkernöl entzündungshemmend und halten selbst Akne in Schach. Trockene Haut sieht zwar meist makellos aus, bietet aber wenig Schutz vor Umwelteinflüssen und neigt früh zu Fältchen. Wenn der "Durst" der Haut mit hochwertigen Pfanzenölen wie Jojoba-, Weizenkeim- oder Olivenöl gestillt wird, kann man dem entgegenwirken.

Mit Öl reinigen

Kein Scherz, man kann seine Haut sogar reinigen mit Öl. Das klappt deshalb so gut, weil sich viele Verunreinigungen besser in Öl lösen als in Wasser. Talg zum Beispiel oder Make-Up-Reste, Feinstaubpartikel und sogar Fette. Besonders eignet sich diese Form der Reinigung bei empfindlicher Haut, da reine Öle den pH-Wert der Haut nicht angreifen und keine Konservierungsmittel enthalten. Auch wenn der Verstand sich erstmal wehrt, Öl ist manchmal sogar besser als Wasser.
 
Hier unsere besten Schönheitstipps rund ums Öl:

Frischekick über Nacht

Zum Ausprobieren einfach mal einen oder zwei Tropfen Gesichtsöl in die Nachtcreme geben. Besonders gut tut das der Haut im Winter.

SOS-Trick für WOW-Beine

Am Abend die Haut mit einem Homemade-Scrub aus Meersalz, Pflegeöl und Grapefruitsaft peelen, am Morgen Selbstbräuner auftragen, abends als Finish Beine einölen. Fertig sind die perfekten Sommerbeine (auch ohne Sonne).

Lipgloss für Fortgeschrittene

Besser als Lipgloss: Öl. Mit einem Tropfen bekommt man Glanz und Pflege in einem.

Aftershave-Rettung

Erste Hilfe gegen Rasurbrand: Direkt nach der Rasur ein mildes Öl (zum Beispiel Babyöl oder Körperöl) auftragen.

Lass Deine Haare glänzen

Öl (z.B. Haaröl oder Pflegeöl) vor dem Waschen in die Längen einmassieren oder eine kleine Menge in den Conditioner mischen. Hilft gegen glanzloses Haar und fliegende Babyhaare.