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Foto: Patrick Schöpflin/unsplash.com
Warum immer nur den Kurzen schnell runterkippen, wenn er auch anderweitig nützlich ist? Hier kommen ein paar Anregungen...

 

1. Kochen. Coq au Vin kennen wir alle, und mit der Wodkaflasche am Herd zu stehen, ist mittlerweile auch schon nichts Neues mehr. Wer originell sein möchte, gibt mal einen Schuss Kräuterschnaps an seine Fischsuppe, das Tafelspitz oder das selbstgemachte Chutney. Eine Sauce für Huhn, Kalb und Fisch kann man wunderbar mit Noilly Prat oder Martini verfeinern, und Himbeersauce soll mit Underberg erst richtig gut schmecken. Netter Nebeneffekt: Da die Kräuterlikörflasche ja eh in der Nähe ist, kann man sich schon während des Kochens mit gutem Gewissen einen genehmigen.

2. Wunden desinfizieren. Falls gerade eine Apotheke in der Nähe ist, ist ein Desinfektionsspray natürlich deutlich besser geeignet, sagt der Arzt unseres Vertrauens. Aber im Notfall (etwa beim einsamen Abenteuer-Urlaub in Lappland) tut es auch der Jägermeister aus dem Flachmann. Einfach großzügig über die Wunde schütten – besser als gar keine erste Hilfe ist diese DIY-Methode auf jeden Fall!

3. Inhalieren. Ob das Ganze gesundheitlich zu empfehlen ist, wissen wir nicht genau. Möglich ist es auf jeden Fall. Tatsächlich gab es in London sogar schon mal ein Projekt, bei dem bei 140 Prozent Luftfeuchtigkeit der Alkohol nur über den Dunst im Raum eingeatmet wurde. Allerdings mussten die Besucher dort Plastikmäntel mit Kapuzen tragen, um Haut und Haare zu schützen und wurden außerdem mit Schildern dazu angehalten „verantwortungsvoll zu atmen“. Klingt zu gefährlich? Die Inhalation mit Klosterfrau Melissengeist  ist vergleichsweise harmlos und soll bei Erkältung helfen.

4. Den Abfluss reinigen. Das geht zwar nicht mit Schnaps allein, aber er hilft dabei. Spülmittel plus einen Spritzer Kräuterschnaps, 200 Gramm Backpulver und darauf ein halber Liter kochendes Wasser. Falls das nicht hilft, kann man immer noch den Schnaps – der ist ja eh gerade in der Nähe – trinken während man auf den Klempner wartet.

5. Blumen länger frisch halten. Schnaps wirkt nämlich antibakteriell. Einfach einen Schuss ins Wasser geben, fertig. Mit grünem Absinth sieht das Ganze sogar echt schick aus, bei der Zugabe von Underberg sollte man der Optik zuliebe allerdings wahrscheinlich lieber die Keramikvase der Glasvariante vorziehen.

 

Dieser Text stammt aus dem Buch "Einer geht noch! Kräuterschnäpse und – liköre", herausgegeben von Melanie Jonas, Dorthe March, Nanette Andrée und Holger Janßen und erschienen bei Delius Klasing.