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Ein Make Over der eigenen vier Wände kann ganz schön in die Hose gehen. Mit diesen Tricks wird Renovieren aber zum Kinderspiel. 

Mit dem Winter kommt auch der reflektierte Blick aufs Eigenheim: Das Jahr war lang, die Bilder hängen halbvertikal, die Stühle wackeln wie Pudding und der Gelbton der Küchentapete hat eher das Restleuchten eines vergammelten Kürbis. Da hat man nur noch Lust, alles rauszureißen.

Wer nun schon vor der Arbeit komatös in die Knie geht, sich mit Schleifpapier die Tränen aus den Augen wischt und glaubt, nichts wird je wieder gut – nur Mut, Kolleginnen! Wir hier von BARBARA sind nämlich Biber, wenns ums Bauen geht und haben die ultimativen Tricks zum Renovieren für Faule.

Rund um die Tapete

Den Spachtel setzen wir lieber beim Kübel Vanilleeis an – an der Wand bewirkt der lediglich stundenlanges Schaben, Kratzen und Verzweifeln. Tapeten löst man ganz einfach mit einem Dampfreiniger, den man im Baumarkt leihen kann. Der Dampf weicht die Tapete auf, danach fällt sie einem fast entgegen.

Wer zu faul ist, um in die Regalwelten von Obi einzutauchen: Warmes Wasser mit ein wenig Spülmittel mischen und mit einem Pinsel auf die Tapete auftragen. Schön einweichen lassen und abziehen. Kinderleicht.

Farbwahl ist die halbe Miete

Farbakzente sind ja der G-Punkt jeder Wohnung – wer ihn trifft, macht jede Bude zum Quell des Wohlbefindens. Nur sind Geschmäcker erstens sehr unterschiedlich, zweitens wirkt jede Farbe anders je nach Ort, abhängig von Lichtverhältnissen, Raumgröße und Möbeln.

Es gibt jedoch einige simple Grundregeln, an die bei der Wahl zu beachten sind. Beispielsweise sind dunkle Farben nicht immer beengend – in kleineren Räumen hilft ein ansprechendes Grau etwa bei der Vertuschung von Zimmerkonturen. Somit kann das Auge den Raum nicht mehr richtig vermessen, wodurch er grösser wirkt. Hier ist natürlich wichtig, die dunkle Farbe mit hellen Akzenten, zum Beispiel mit Bildern, aufzulockern.

Steht man bezüglich Farbwahl gänzlich in der Wüste, lohnt es sich, einzelne Objekte mit potentiellen Farbtönen – Möbel, Vasen, Bilder – im Raum zu testen. Dadurch bekommt man ein Gefühl dafür, was die jeweilige Farbe mit dem Raum macht. Alternativ auch erst mal nur eine Wand streichen und einige Tage wirken lassen.

Hat man sich für die Farbe entschieden, unbedingt den genauen Farbcode aus dem Baumarkt aufschreiben. Man weiß ja nie, wann man ein tiefes Greige das nächste mal braucht.

Pinselarbeit leicht gemacht

Steht die Farbe im Raum, muss sie ja erst noch an die Wand. Mal mittig mit dem Pinsel rumzuwedeln macht wenig Sinn. Und auch wenn die Versuchung groß ist, mit riesigen Buchstaben "Daniel ist doof" auf die Wand zu malen – lass es sein. Je nach Farbton ist das nämlich schwierig zu überdecken. Und irgendwann kommt Daniel doch mal zu Besuch...

Den Anfang macht man am besten an der Decke, danach folgen die Wände ausgehend von den Ecken, und zwar mit einem kleineren Pinsel, wenn es besonders schön werden soll, und einem großen, wenn ihr keinen Bock mehr habt. 

Beim großflächigen Streichen gilt die Regel "längs-quer-längs" – so wird die Farbe gleichmässig verteilt. 

Holz will gepflegt werden

Holz ist ja warm und schön – und klassisch und edel und "vintage" und "shabby chic" und überhaupt. Holz halt. Aber auch wenn Opas hundert Jahre alter Gründerzeitsessel genau aufgrund seines Alters was ganz besonderes ist: Holz muss gepflegt werden, egal ob an Möbeln, Böden oder Bilderrahmen.

Am einfachsten geht das mit der richtigen Politur. Hier sollte man sich aber gut beraten lassen, denn ob Öl, Lack oder Wachs – jedes Holz reagiert anders auf unterschiedliche Mittel. Massivholz beispielsweise verträgt keine Silikonöle oder Mineralölderivate, denn diese dringen unter die Oberfläche und lassen sich nicht mehr entfernen. 

Jetzt aber der beste Heimwerker-Tipp

Wir wollen es nicht leugnen. Streichen ist anstrengend. Tapeten abreißen noch anstrengender. Und Opas Kommode aufwerten kann mitunter auch mal zur Lebensaufgabe mutieren. Deshalb muss es an dieser Stelle gesagt werden: Drei Kerzen auf den Tisch, eine Flasche Rotwein dazu, und schon ist plötzlich alles viel gemütlicher. Man kann sich nämlich auch Tapeten schön trinken. Und im Kerzenschein sieht die kaputte Kommode voll retro aus. PROST, ihr Lieben!