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Wenn man erst eine Bedienungsanleitung lesen muss, um etwas benutzen zu können, dann hat der Hersteller echt etwas falsch gemacht, oder?

Zum Beispiel bei meinem Toaster. Früher hatte ich so einen mit einer dicken Taste. Die konnte man drücken, damit der Toast im Toaster verschwand. Wollte man ihn wieder raushaben, schob man diese dicke Taste von unten wieder hoch. Total einfach. Ein Toaster ganz nach meinem Geschmack. Nun hat das gute Stück nach 20 Jahren den Geist aufgeben, also habe ich mir einen neuen gekauft. Das Modell "Simpel" gab es nicht mehr – nur noch das Modell "Kompliziert" mit etwa 10 farbigen Druckknöpfen, die alle gleichzeitig um die Wette blinken. Geht’s noch? Intuitive Benutzerführung sieht anders aus. Also habe ich die Bedienungsanleitung zur Hand genommen. Die war so dick und schwer wie früher das Telefonbuch. Bis ich mich zur Seite 83 – dem deutschen Teil – vorgeblättert hatte, hatte ich schon die Geduld verloren. Machte aber nix. Denn mein Sohn kam um die Ecke. Der ist fünf. Kann also noch gar nicht lesen. Dafür umso besser ausprobieren. Und das haben wir dann auch gemacht. Wir haben eine Packung Toast verfeuert, um sämtliche Einstellungen zu testen. Danach war der Bauch voll, die Nachbarn mussten sich nicht ums Abendbrot kümmern - und wir waren Profis. Learning by doing. Ist eh das Beste.

Verstehen Sie Spaß?

Es ist doch so: Unser Leben ist eh schon viel zu komplex. Da sollte man sich nicht die letzte freie Zeit mit dem Lesen von blöden Gebrauchsanweisungen versauen, die irgendein Techniker in China geschrieben hat, und die dann mit Google Translate übersetzt wurden. Und überhaupt: Ich habe mich schon so manches Mal gefragt, ob da nicht einer in seinem stillen Kämmerchen sitzt und sich einen feixt, weil er mal wieder eine Gebrauchsanleitung so kompliziert wie nur möglich geschrieben hat. Der hat darauf bestimmt auch so kleine Kameras installiert, wie bei „Verstehen Sie Spaß“, und beömmelt sich den ganzen Tag, wenn er sieht, wie blöd sich die Leute anstellen.

Keep it simple

So oder so: Die einfachen Dinge sind doch eh die besten, oder? Für ein gutes Buch muss ich nicht vorher einen Roman gelesen haben, nur um zu verstehen, wie ich die Seiten umblättere. Ich mache mir deswegen das Leben wieder leicht. Kaufe Produkte, bei denen ich die Gebrauchsanleitung getrost in die Tonne werfen kann. Und wenn es mal wieder gar nicht anders geht, dann probiere ich mich mit kreativer Problemlösung aus. Wer weiß, vielleicht sieht das IKEA-Regal am Ende noch schicker aus, wenn man die Anleitung links liegen lässt? Das Problem mit der Statik lösen wir dann irgendwie auch noch.