Kategorie
Foto: Getty Images
Upcycling – noch so ein neues Trendwort. Heißt in klardeutsch: Aus Scheiße Gold machen. Diese Unternehmer nehmen das Sprichwort GANZ GENAU. Richtig schlau, finden wir.

Der Windel-Willi

Windel-was? Der Windel-Willi ist eine Verbrennungsanlage, die aus gebrauchten Windeln Energie gewinnt. Sie steht in Meckenbeuren am Bodensee. Bis zu 26 Millionen Windeln schafft der Ofen pro Jahr. Auch Einmalhandschuhe, Tupfer oder etwa Moltonunterlagen aus dem Krankenhaus verfeuert der Windel-Willi für den guten Zweck. Die Verbrennungsanlage gehört zu einer Stiftung, die Heime und Pflegeeinrichtungen betreibt. Die spart pro Jahr etwa 350000 Euro allein an Müllgebühren. Mit der entstandenen Wärme heizt die Stiftung ihr Wasser und versorgt die Wäscherei.

Pee-Power

"Pee Power" oder auch "Urine-tricity" heißt die im englischen Bristol entwickelte Technologie, bei der Urin zu Strom wird. Ist das jetzt ein schlechter Scherz? Nein, keinesfalls. Gerade wurde sie zum ersten Mal im größeren Stil getestet, und zwar beim weltberühmten Glastonbury Festival in Südengland. Hier hatten die Betreiber ein Pissoir für 40 Personen eingerichtet, das unter anderem Strom für Info-Displays erzeugte. Eine weitere Toilette lieferte Licht und Strom für das Laden von Handys.

Das Potential dieser Technologie ist riesig, weil der Grundstoff faktisch in unbegrenztem Maß zur Verfügung steht. Die „Bill & Melinda Gates Foundation“ hat die Weiterentwicklung bereits großzügig unterstützt und will in Kürze ein Großprojekt für die Urin-Verstromung, wie es heißt, in Uganda vorstellen. Und auch weitere Entwicklungshilfe Organisationen wie etwa Oxfam haben sich schon gemeldet. Oxfam beispielsweise denkt bereits daran, die Pee-Power in Flüchtlingslagern einzusetzen.

Aus Kuhmist werden Kilowatt

Dung stinkt. Das stimmt. Aber der Mist verströmt nicht nur fiese Gerüche, sondern auch gleichzeitig Biogas – und daraus lässt sich mit der entsprechenden Anlage Strom erzeugen. Durch Gärung wird nämlich in Biogasanlagen Methangas gewonnen. Und das wird später als Brennstoff eines Generators zur Stromerzeugung genutzt. Mit dem Mist von nur vier Kühen lässt sich bereits ein Haushalt mit Energie versorgen. Wer weiß, vielleicht können wir dann irgendwann doch einmal die AKWs abstellen, wenn alle Bauern allen Kuhmist zusammenwerfen, um daraus Kilowatt zu erzeugen.