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Ihr seid verdammt, sagt unser Kolumnist. In dem Moment, in dem ihr zum ersten Mal eine Tupperdose öffnet, seid ihr verdammt bis in alle Ewigkeit

Tupperdosen … Hasse Sätze, die so bei dir beginnen. Sind immer Lügen: Tupperdosen sind schön, Tupperdosen sind günstig, Tupperdosen sind unverzichtbar und furchtbar praktisch. Die Wahrheit ist: Tupperdosen sind furchtbar furchtbar. Das T-Wort lässt Batteriesäure durch meine Venen schießen. Verursacht Kopfschmerzen, ganz fürchterliche Kopfschmerzen, zittrige Hände und zuckende Augen. Wenn ich das T-Wort nur höre, bin ich einem Nervenzusammenbruch näher als meinen eigenen Innereien. Zwanzig Dosen, einundzwanzig, zweiundzwanzig … Jede ganz, ganz dringend gebraucht beim Portionieren, Kategorisieren, Evakuieren. Unverzichtbar für die Verwahrung von Suppen, Gemüse, Wurst, Käse, Obst und Prinzipien. Alles hat bei euch seinen Platz, ist verortet in einer Art Periodensystem des Wahnsinns, gehört ausschließlich hier rein oder dort rein, aber immer in ein thermoplastisches Kunststoffdöschen. Packe nie, niemals wieder einen Fleischsalat in eine Dose, die du für Möhren vorgesehen hast – geschält und dreimal zerteilt: einmal mittig, zweimal längs.

Habe es versucht, das habe ich wirklich. Aber allein dieses schmatzende Schließgeräusch, wenn ich den Deckel auf der einen Seite runterdrücke – und er augenblicklich auf der anderen wieder hochploppt. Immer, immer und immer wieder. Eine Seuche. Die Biester vermehren sich wie Bakterien, verstopfen die Arterien des Haushalts: Kühlschrank, Geschirrspüler, Schubladen. Öffne eine Tür und, klack-klack-klack-klack-klack, fühle ich mich wie in einem Bällebad. Mit ohne Spaß.

Ist mir nicht möglich, Schubladen zu schließen. Da hilft kein Gefühl, keine Gewalt. Bei dir stehen die Dosen wie Matrjoschka-Püppchen in- und nebeneinander. Für mich ist das Einräumen von T-Dosen wie Tetris spielen mit runden Steinen. Sinnlos. Dabei gibt es die Dinger in allen Farben und Formen: klein, groß, mittel, flach, hoch, niedrig, breit, schmal, rund, eckig, spitz … Es gibt sie sogar in Bananenform. B-a-n-a-n-e-n-f-o-r-m! Versuch da mal einen Apfel rein zu kriegen!

Bin laut geworden. Tut mir leid. Was sagst du? Was denn, bitte, die Alternative zu Tupperdosen sein soll? Alufolie etwa? Oder Zellophan? Diabolisches Lachen deinerseits. „Oder was machst du dann mit deinen Resten?“, fragst du. Diabolisches Grinsen meinerseits. Denn das ist der Moment, in dem du es endlich verstehst … Welche Reste?