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Foto: Livio Stöckli
Schniefnase, Röchel-Alarm und Rasierklingen im Hals? Kein Problem, wenn man Oma Inge kennt. Die hat für alle Wehwehchen das passende Hausmittel. Nicht immer lecker, aber: unlecker hilft auch besser bei leidenden Männern. Du: "Noch ein Löffelchen, Schatz?" und Schatz: "Oh Gott, nein, bin längst wieder gesund!"

1. Schwarzer Rettich mit Kandis (siehe Video!)

Der schwarze Rettich, auch bekannt als “Winterrettich”, ist Oma Inges Favorit in der langen Liste ihrer Hausmittel. Gut gegen Husten und Heiserkeit! Lecker geht anders, aber helfen tuts! Die runde Knolle mit einem scharfen Küchenmesser oben und unten anschneiden. Den Rettich aushöhlen, an einer Seite ein etwa 1cm (Umfang) großes Loch in die Knolle schneiden. Auf ein Glas stellen, mit braunem Kandis befüllen. Der Kandis zieht die Flüssigkeit aus der Knolle, in das Glas tropft ein goldgelber Saft. “Schön süß”, erklärt Oma Inge, “damit die Enkelkinder das auch trinken”. Äh, naja. Wir sagen: Nase zu und durch!

2. Salzhering-Lake

Eine Skurrilität unter den Hausmitteln, und von Oma Inges Kindern, Enkeln und Urenkeln gefürchtet: Die berühmt-berüchtigte Salzhering-Lake. Empfohlen bei Halsweh und Heiserkeit. Das Wasser, in dem salzige Heringe eingelegt sind, in ein Schnapsglas abfüllen. Luft anhalten, austrinken. Ein Glas reicht. “Hilft auch bei Kater”, sagt Oma Inge. 

3. Knoblauch-Zwiebel-Wickel

Ein Klassiker, der es in sich hat. Oma Inge schwört auf den scharfen Wickel, der gegen Halsschmerzen Wunder wirken soll. Knoblauchzehen und eine Speisezwiebel häuten. In einem Topf 5-10 Minuten köcheln lassen. Wasser abgießen. Knoblauch und Zwiebel in grobe Stücke zerstampfen und in ein Küchentuch wickeln. Oma Inge empfiehlt einen weißen Kniestrumpf. Da kommt das scharfe Gemisch hinein. Oma Inge nimmt den linken Socken. Warum? “Das hat man schon immer so gemacht!” Aha. Den heißen Wickel um den Hals legen. Vorsicht, nicht verbrennen! Nicht geeignet, um fit fürs abendliche Date zu sein, wenn ihr versteht...

4. Brennnessel-Tee mit Kurkuma

Oma Inge rupft die Brennnessel noch selbst im Garten (“Das Unkraut muss weg!”) und gießt die gewaschenen Blätter mit kochendem Wasser auf. Wenn keine frischen Blätter vorhanden sind, tun es auch die getrocknete Brennnessel aus der Apotheke. Den Tee ziehen lassen, durch ein Sieb abgießen. Oma Inge schnippelt Ingwer mit hinein. Seitdem ihre Enkeltochter von Kurkuma  berichtet hat (“Noch nie gehört! Was soll das sein?”), wird auch Kurkuma geraspelt. “Man muss schließlich auch als Neunzigjährige mit der Zeit gehen”, findet Oma Inge. Mit Honig süßen.

5. Milch statt Nasenspray

Klingt komisch, soll aber helfen: Oma Inge empfiehlt Milch als Ersatz für Nasenspray. Frische Milch durch die Nase aufsaugen. Bäh! Aber produziert Milch nicht Schleim? Und welche Milch soll man nehmen? Soja? Mandel? Hafer? Oma Inge schüttelt energisch den Kopf. “Gab’s damals alles nicht!” Kuhmilch verwenden.